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Die Wettfahrten von Herrn Bohumil Turek (1901 - 1971)  (Autor: Reinhard Bauer)

 

Oktober 1929:
Bohumil Turek und sein Freund Antonin Nahodil absolviert die Sternfahrt Prag-Paris-Prag und die
Strecke Prag-Hamburg-Prag in 24 Stunden. Sieger nach insgesamt 4.913 km in 8 Tagen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 38 km/h.


         
Das Siegerfahrzeug Aero 500 von Turek/Nahodil war das Highlight des Aero-Messestandes auf dem Prager Automobilsalons von 1929.


1930-1: Klassensieg bei der ADAC-Fahrt Berlin – Prag – Manzanares/Spanien - retour
4000 km mit dem 1-Zylinder/10 PS Aero 500 in nur 82 Std. (= 48,8 km/h Schnitt) 

1930-2: Sternfahrt anlässlich des Autosalons Prag 1930
Prag – Brest – Prag – Gibraltar – Rabat – Casablanca – Agadir – Prag

1931-1: ADAC-Fahrt Berlin – Manzanares Berlin mit dem A 500 (besetzt mit 3 Personen – Turek + Gattin + Nahodil). 
Im Februar gewinnt Turek die Punktewertung: Dies bedeutete gleichzeitig den Gesamtsieg vor dem Zweitplatzierten Hans Stuck auf Mercedes. 

1931-2: AvD-10.000 km Fahrt mit Aero 662
Im Juni erreicht das Team Turek/Marsalek (Sport-Redakteur der CTK) mit dem neuen Aero 662 und im Wettkampf mit den BMW-Dixi die Goldmedaille bei der „AvD-10.000 km Fahrt“. Die 10.000 km fuhr man in nur 18 Tagen (21.Mai bis 7.Juni 1931). Die Strecke führte von Berlin über Genf – San Sebastian– Madrid - Lissabon – Barcelona - München – Katschberg – Triest – Dubrovnik – Zagreb – Budapest – Wien – zurück nach Berlin. Auch die Kollegen von Walter waren bei dieser Veranstaltung erfolgreich und holten den Teampreis.

 

1932: 30.000km-Dauertestfahrt mit Aero 662

   


Der Aero-Testfahrer Turek unternimmt 1932 eine 30.000 km lange Dauertestfahrt 
durch 60-maliges Befahren der Strecke Prag – Königgrätz – Brünn und zurück in 30 Tagen.

Januar 1934: Rallye Monte Carlo mit Aero 1000

Trotz Schlamm und Schnee auf den Balkanstraßen schaffte das Aero Team die Fahrt von Athen aus in einer sehr guten Zeit nach Monte Carlo und belegte den dritten Platz in der Klasse bis 1.500 ccm nach so bekannten Marken wie Triumph und Riley, zugleich den 9. Gesamtrang.


Das linke Foto zeigt Bohumil Turek bei der Siegerehrung
Das rechte Foto von Bohumil Turek und seinem Beifahrer Antonin Nahodil wurde im Frühjahr 1934 aufgenommen, nach der erfolgreichen Teilnahme
an der "13`ten Rallye Monte Carlo" mit dem Aero 20 Roadster. Von links: Herr Nahodil, Vera Proskova, Bohumil Turek, und 2 weitere Herren. 
(Foto aus dem Familienarchiv von Jan Irving)

 1935: Langstreckenfahrt mit A 30 nach Russland - Turek's letztes Rennen


Vom 17. Mai 1935 bis 14. Juni 1935 startete Turek mit einem serienmäßigen A 30 zur Fahrt Prag-Warschau-Bobrjusk-Moskau-Orel-Charkov- Rostov/Don-Ordzonikidze-Tiflis-retour – in Summe rund 10.000 km in weniger als einem Monat. Die Strecke nach Moskau legte er dabei in 
36 Stunden und 13 Minuten zurück!

Am 15. Juni 1935 – also einen Tag nach der Rückkehr von der Russlandreise – verunglückte Bohumil Turek bei den 1000 Meilen der Tschechoslowakei so schwer, sodass er seine Rennfahrerkarriere beenden musste. Er blieb aber Aero in führender Position und treibende Kraft bis in die Nachkriegszeit erhalten. Er verstarb 1971, im Alter von 70 Jahren an einem Herzinfarkt.

 
1932 eine beachtliche Leistung von Bohumil Turek und Aero 662!

Reinhard Bauer schrieb mir am 10.04.2014:

Guten Morgen Michael,

ich bin gestern genau 1016 km in einem Tag gefahren (nach Slowenien und retour). Ich bin dabei zu 80 Prozent auf Autobahnen und 20 Prozent auf (gut ausgebauten) Landstraßen gefahren, bin in keinen Stau gekommen und konnte frei fahren. Trotzdem habe ich für die Strecke insgesamt 11 Stunden gebraucht und bin einen Schnitt von 92 km/h gefahren - ist angesichts der Verkehrsdichte und der Tempolimits ganz gut.

Wenn ich daran denke, dass Bohumil Turek 1932 die selbe Strecke 30 Tage hintereinander mit einem kleinen, offenen Aero 662
ohne Windschutz und Klimaanlage oder Servolenkung auf großteils unbefestigten Landstraßen (Autobahnen gab es damals nicht)
gefahren ist, muss ich vor Ehrfurcht in die Knie gehen. Erst jetzt wird mir diese Leistung so richtig bewusst - und natürlich auch des Autos.
Der Aero 662 hat 18 PS, ich bin mit einem 136 PS starken Fahrzeug gefahren! Berichtet wird, dass er einen Schnitt von 58,25 km/h
über die 30.000 km gefahren ist. Das bedeutet, dass er täglich 17 Stunden in der kleinen Kiste mit einem steifen Starrachsen/Blattfeder-
Fahrwerk gesessen ist. 

Alle Achtung, das war wirklich eine tolle Leistung Tureks. Man schreibt in einem Bericht so locker darüber, ohne sich das aber 
wirklich vorstellen zu können. Nun kann ich das. Ich weiß nicht, ob ich Tureks Leistung mit den heutigen Mitteln wiederholen bzw. 
durchhalten könnte! Gleiches gilt auch für die anderen Langstreckenfahrten.

Dies als kleiner Nachtrag zu den Aero Rennsport-Berichten.

Herzliche Grüße

Reinhard

Turek 1932 im Aero 662

Auszug aus den Rennsport-Berichten:

Der Aero-Testfahrer Buhomil Turek unternimmt 1932 mit dem Aero 662 eine 30.000 km lange Dauertestfahrt durch 60-maliges Befahren der Strecke Prag – Königgrätz – Brünn – retour in 30 Tagen.
Als Werbeaktion und Markteinführung für den neuen Aero 662 gedacht, veranstaltete Aero den spektakulären Langstreckentest: Eine Solofahrt über 30 Tage zu je 1.000 km. Zweimal täglich wurde diese Strecke abgespult. Eine Sportkommission überwachte die Fahrt. 

Alle wesentlichen Komponenten des Wagens waren plombiert worden, um ein Austauschen zu verhindern. Jede Tagesetappe startete morgens um 4.00 Uhr und endete um 22.00 Uhr -und das 30 Tage lang. Auf jeder 500 km Strecke waren 3 Pausen vorgesehen (zwei zu 2 Minuten und eine zu 6 Minuten, sowie eine Mittagspause von 30 Minuten nach den ersten 500 km). Auf die reine Fahrzeit bezogen, errechnet sich über 30.000 km eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 58,25 km/h - und das mit einem 18 PS / 662 cm³ Fahrzeug, gefahren auf den zeitgenössischen Schotterstraßen – unglaublich, aber wahr!  

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